• Christlich – jüdische Gnosis und Kabbalah

    Die Kabbalah wurzelt in der gut 2000 Jahre alten jüdischen Weisheits- und Erleuchtungslehre und geht auf das hebräische Wort Kabbalah zurück, was soviel wie Erhalt/Empfang bedeutet.

    Die theoretische Kabbalah hat ihre eigenen Regeln für die Interpretation der Heiligen Schrift und behauptet, dass es einen verborgenen Aspekt, eine geheime Unterweisung in ihr gibt. In ihrem praktischen Teil beschäftigt sich die Kabbalah vor allem mit der Frage, wie man über die Anrufung bestimmter Worte und Gottesnamen eine Veränderung des Bewusstseins erfahren und mit den Engeln – und sogar Gott selbst – in direkten Kontakt treten kann.

    Diese Überlieferung reicht den Kabbalisten zufolge bis auf den Patriarchen Abraham zurück. Es ist derselbe Abraham, den Juden, Christen und Muslime nicht per Zufall als ihren gemeinsamen Stammvater betrachten, weshalb sich die Lehren der Kabbalah – in mehr oder weniger offensichtlicher Form – auch in allen drei Weltreligionen wiederfinden.

    Das hebräische Wort „QBLH“ kann auch mit „von Mund zu Ohr“ übersetzt werden und damit bezieht sich die Kabbalah im tieferen und ursprünglichen Sinn auf die alte und geheime Überlieferung, die nur vom Vater an den Sohn, d.h. vom Meister an den Schüler weitergegeben wurde.

    Was diese Lehre im aufkeimenden Christentum anbelangt, so hatte der umstrittene Messias die Lehren von Abraham und Moses, das heißt die von ihnen offenbarte Kenntnis (oder Gnosis), wörtlich wiedergegeben. Hinter den scheinbar einfachen und leicht verständlichen Worten stand jedoch die gesamte, von Vielen nicht verstandene Tradition Israels.